Hans Boesch - Leben & Werk



Leben

Hans Boesch wurde am 13. März 1926 «im Brunnen» in Frümsen-Sennwald im St. Galler Rheintal geboren und auf den Namen Johann Robert Boesch getauft. Seine Eltern waren der Zimmermann und Forstwart Johann Joseph Robert Boesch und Berta, geb. Beglinger. 1931 kommt sein Bruder Josef zur Welt. Das Leben im archaisch-bäuerlichen Dorf ist ärmlich und hart. Ab 1932 besucht er die Primar- und die Sekundarschule in Frümsen und beginnt 1941 ein Studium am Technikum in Winterthur, wo er ohne Lehr- oder Mittelschulabschluss als jüngster Student aufgenommen wird. 1947 schliesst er mit dem Diplom als Tiefbauingenieur ab. Infolge einer wiederkehrenden Tuberkuloseerkrankung wird sein Studium, wie auch seine ersten Berufsjahre bei Bauunternehmungen in Zürich und im Elsass immer wieder durch lange Krankheitsphasen und Kuraufenthalte unterbrochen. 1950 heiratet er die Zürcher Sängerin Mathilde Kerler.

Bereits Ende der 1940er-Jahre besucht Hans Boesch Germanistikvorlesungen an der Universität Zürich, und es entstehen erste literarische Arbeiten wie die Gedichtzyklen Die drei Schwestern und Pan. Mit Oleander – der Jüngling erscheint 1951 seine erste Buchveröffentlichung. Hans-Rudolf Hilty engagiert ihn als ständigen Mitarbeiter bei der Literaturzeitschrift Hortulus. Hauptberuflich leitet er zunächst das Projektierungsbüro bei der Bauunternehmung Walo Bertschinger und wechselt 1955 ans Tiefbauamt des Kantons Aargau, wo er mit der Planung und Ausführung grosser Strassenbauten betraut wird und später als Adjunkt des Kantonsingenieurs die gesamte Verkehrsnetzplanung mitgestaltet. Die Familie – mittlerweile mit zwei kleinen Töchtern – zieht nach Unterentfelden und 1959 nach Küttigen-Rombach.

Parallel dazu führt er auch seine schriftstellerische Arbeit fort. 1957 erscheint der Roman Der junge Os, 1960 Das Gerüst, wofür er den Lions Kunstpreis Basel erhält. Ein Werkjahr der Pro Helvetia ermöglicht ihm die Arbeit am Roman Die Fliegenfalle, der 1968 veröffentlicht wird. 1969 wird dieser mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet. Mit Ein David erscheint 1970 ein neuer Lyrikband. Im Lauf der folgenden Jahre erhält Hans Boesch mehrere Preise, u. a. Werkjahre des Kantons Zürich (1971) und der Pro Helvetia (1975).

1970 wechselt Hans Boesch ans Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich, wo er bis zu seiner Pensionierung als Dozent und Leiter von Forschungsarbeiten tätig ist. Sein Fokus verschiebt sich von den Erfordernissen des Autoverkehrs hin zum «Langsamverkehr» und vor allem zur Frage, was die Bedürfnisse der Menschen an ihr Wohnquartier, an den Schulweg ihrer Kinder, an die Gestaltung des öffentlichen Raums und deren Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben sind. Daraus entstehen im Lauf der Jahre zahlreiche Publikationen, die auch mit seiner schriftstellerischen Arbeit korrespondieren: Der Mensch im Stadtverkehr (1975) und später die Essaysammlung Die sinnliche Stadt (2001). Hans Boesch ist 1975 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Recht für Fussgänger (heute: Fussverkehr Schweiz).

1972 zieht die inzwischen fünfköpfige Familie nach Stäfa am Zürichsee. Mit dem Roman Der Kiosk schliesst Hans Boesch 1978 die von ihm so genannte «Ingenieurs-Trilogie», bestehend aus Das Gerüst, Die Fliegenfalle und Der Kiosk, ab. Als «Groteske» erscheint 1985 der Roman Das Unternehmen Normkopf, der die Auswirkungen der Technisierung auf die Menschen und die Gesellschaft beleuchtet – eine literarische Verarbeitung von Aspekten seiner hauptberuflichen Arbeit. Während der 1980er-Jahre schreibt er auch regelmässig Beiträge und Glossen für verschiedene Zeitungen. Am Ende seiner wissenschaftlichen Arbeit an der ETH publiziert er 1992 die Schlussberichte der vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsprojekte Die Langsamverkehrs-Stadt und Die Stadt als Heimat.

Schon vor seiner Pensionierung beginnt er mit der Arbeit an seiner zweiten Trilogie, deren erster Roman Der Sog 1988 erscheint. Der Protagonist Simon Mittler erlebt als Kind die Zeit der 1930er-Jahre im St. Galler Rheintal, wo Hans Boesch selbst aufgewachsen ist. Das Werk wird begeistert aufgenommen und erhält den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und den Internationalen Bodensee-Literaturperis der Stadt Überlingen, der Autor ein weiteres Werkjahr der Pro Helvetia. 1996 erscheint Der Bann, in dem sich Simon Mittlers Geschichte als junger Erwachsener in einer dem technischen Fortschritt huldigenden Zeit fortsetzt. Dieser Roman wird mit dem erstmals verliehenen Preis der Jaeckle-Treadwell-Stiftung ausgezeichnet. Mit Der Kreis folgt 1998 der dritte Teil, in dem Simon Mittler zur Jahrtausendwende, eingeschneit in den Bündner Bergen, auf sein Leben zurückblickt. Auch hier gibt es autobiografische Parallelen, da Hans Boesch u. a. aus gesundheitlichen Gründen zeitweise in Latsch im Albulatal lebt. Für Der Kreis wird ihm von der Akademie für Wissenschaft und Literatur in Mainz der Joseph-Breitbach-Preis verliehen. Der Sog, Der Bann und Der Kreis widerspiegeln im Erleben des Simon Mittler die immensen technischen und gesellschaftlichen Umwälzungen im Lauf des 20. Jahrhunderts.

Der Erzählband Schweben von 2003 wird bisweilen als vierter Teil der zur Tetralogie erweiterten Simon-Mittler-Romane bezeichnet. Charles Linsmayer sieht darin ein «leichtgewichtig-schwebendes pastorales Finale»1 von Hans Boeschs literarischem Lebenswerk. Es handelt von Menschen, die Zeitgenossen von Simon Mittler sein könnten und ihr Leben mit Bedacht, Hingabe und versöhnt mit den Schwächen ihrer Mitmenschen gestalten – ein Wesenszug, der auch Hans Boesch zueigen war. Hans Boesch starb am 21. Juni 2003 in Stäfa.

Im Frühjahr 2025 wurde seine Grabstätte auf dem Friedhof Kirchbühl in Stäfa aufgehoben. Aus diesem Anlass hat der Gesellschaftsausschuss des Stäfner Gemeinderats beschlossen, dass sein langjähriger Mitbürger Hans Boesch hier keine bleibende Gedenkstätte verdient habe.2 Jedoch befindet sich an seinem Geburtsort «im Brunnen» in Frümsen-Sennwald, der allerdings im Rahmen einer Melioration 1975 völlig umgestaltet wurde, eine Gedenktafel, die an Hans Boesch und den Roman Der Sog erinnert. Von seinen Werken sind sowohl die «Ingenieurs-Trilogie» (Chronos-Verlag), als auch die «Simon Mittler-Tetralogie» (Nagel&Kimche) im Buchhandel erhältlich, viele vergriffene Ausgaben antiquarisch.

Rudolf Probst, der Hans Boeschs Nachlass im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern betreut, zitiert ihn auf dem Umschlagtext von Band 14 der hauseigenen Schriftenreihe Quarto (deren Kapitel «Chronik» auch Grundlage dieses Texts ist): Statt die Gegensätze zu akzentuieren, sollte deshalb die gegenseitige Ergänzung zu einem jeweils Ganzen versucht werden. Für mich heisst das: weder die Dynamik des Wildwuchernden noch das Statisch-Sture der Reglementierung darf überhand nehmen, vielmehr ist ein Ausgleich anzustreben. Statisches und Dynamisches, Ordnung und Rausch, Spalier und Rebe müssen sein! – Ich brauche das Bild: Raster und Ranke.3

In ihrem Nachruf schreibt Beatrice von Matt in der NZZ vom 24. Juni 2003: Wie er zuhören konnte, wie er – in späten Jahren zumindest – fast demütig wirkte, dieser kraftvolle Gestalter. Er hielt sich am Rand des Literaturbetriebs auf, sein umfangreiches Werk aber gibt einen Brennpunkt ab in der deutschsprachigen Prosa. (...) Wie konnte er Körper, Hände, Füsse auf Elementares reagieren lassen, auf Wasser und Schnee, Mist und Schlamm. Einen sinnlicheren, einen im umfassenden Sinn erotischeren Autor dürfte es in der Schweizer Literatur kaum je gegeben haben.4

Elio Pellin und Rudolf Probst beginnen das Vorwort zur Neuausgabe der «Ingenieurs-Trilogie» mit diesen Worten: Hans Boesch gehört nach wie vor zu den grossen Unbekannten der Schweizer Literatur, wie Andreas Isenschmid bereits anlässlich des 70. Geburtstags des Autors 1996 in der Weltwoche [Nr. 10, 07.03.1996, S. 53] festgehalten hat. Er persönlich, schreibt Isenschmid, neige «stark zur Ansicht, dass Boesch der am meisten unterschätzte lebende Schweizer Schriftsteller» sei. Er sei «zeitlebens ein Geheimtipp geblieben», musste Sandra Leis auch 2005, zwei Jahre nach Boeschs Tod, noch zu Recht konstatieren [Der Bund, 13.09.2005]. Diese Rolle als «Geheimtipp» in der Schweizer Literatur entspricht in keiner Weise Boeschs literarischem Rang.5

____________________________________

1 Charles Linsmayer, Die Klaviatur der Landschaft, in: Der Bund, Bern, 22.02.2003

2 Gesellschaftsausschuss der Gemeinde Stäfa, Sitzung vom 11.03.2025, präsidiert von Andrea Kuhn-Senn

3 Hans Boesch, Raster und Ranke. Notizen zu Form und Rausch, in: Entwürfe 17 (1999), S. 65-70, hier S.69, zitiert nach: Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA), Nr. 14, hg. v. Rudolf Probst, Bern 2001,

4 Beatrice von Matt, Form und Erzählfülle. Zum Tod des Schriftstellers Hans Boesch, in: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 143, 24.06.2003, S. 53

5 Elio Pellin, Rudolf Probst, «Wenn sie mich umbringen, so steht wenigstens das da». Zur Neuausgabe von Hans Boeschs Romanen «Das Gerüst», «Die Fliegenfalle» und «Der Kiosk» als Teile der «Ingenieurs-Trilogie», in: Hans Boesch, Das Gerüst. Zürich: Chronos 2007, S. 5

____________________________________



Werke

Lyrik und Dramatik:

Seligkeit. St. Gallen: Tschudy-Verlag s.a. (1948)

Oleander, der Jüngling. St. Gallen: Tschudy-Verlag 1951 (Der Bogen, 20)

Zahlreiche Gedichte und einzelne Prosatexte in: Hortulus. Illustrierte Zweimonatsschrift für neue Dichtung, Nr. 4 (1951), Nr. 2, 3, 4 (1952), Nr. 1, 2, 4 (1953), Nr. 1, 2, 3, 4 (1954), Nr. 3 (1955), Nr. 4 (1956), Nr. 26, 30 (1957), Nr. 34, 35 (1958), Nr. 46 (1960), Nr. 55/56 (1961), hg. v. Hans Rudolf Hilty, St. Gallen: Tschudy-Verlag 1951-1964

Seligkeit, O wir eifrigen Narren des Trosts, Der Trinker, Ich bin der Karren meiner Liebe (Oleander), Der Knabe, Mädchenlied, in: Zürcher Lyrik, hg. v. d. Verwaltungsabteilung des Stadtpräsidenten, Zürich: Rascher 1955, S. 295-300.

Pan. (Pan I: 1., 8. und 10. Gesang, Pan II: 1. Gesang). hg. v. Max Bolliger, Sins: Borgis-Verlag 1955
– Gesamtwerk unveröffentlicht (siehe aber unter Vertonungen!)

Der Rattenfänger. Ein Spiel. Erste Szene, in: Hortulus. Illustrierte Zweimonatsschrift für neue Dichtung, Nr. 55/56. hg. v. Hans Rudolf Hilty, St. Gallen: Tschudy-Verlag 1961, S. 129-132
– Urfassung 1951 unter dem Titel Der Dicke, mehrfache Überarbeitung bis 1962 zu Der Rattenfänger, Endfassung 1999 unter dem Titel Oratorium, Gesamtwerk unveröffentlicht

Ein David. Zürich/Stuttgart: Artemis 1970

Romane und Erzählungen:

Der junge Os. Zürich/München: Speer-Verlag 1957
(Neuausgabe Zürich: Artemis 1979)

Das Gerüst. Olten/Freiburg i. Br.: Walter-Verlag 1960
(Neuausgaben Zürich: Ex Libris 1988 und Zürich: Chronos 2007)

Die Fliegenfalle. Zürich: Artemis 1968
(Neuausgabe Zürich: Chronos 2007)

Der Kiosk. Zürich: Artemis 1978
(Lizenzausgabe Zürich: Ex Libris 1980 und Neuausgabe Zürich: Chronos 2007)

Das Unternehmen Normkopf. Zürich/München: Artemis 1985 
(Lizenzausgabe Zürich: Ex Libris 1987)

Der Sog. Zürich: Nagel & Kimche 19886
(Lizenzausgaben Zürich: Ex Libris 1990 und München: dtv 1999)

Der Bann. Zürich: Nagel & Kimche 1996
(Lizenzausgabe München: dtv 2000)

Der Kreis. Zürich: Nagel & Kimche 1998
(Lizenzausgabe München: dtv 2004)

Schweben. Zürich: Nagel & Kimche 2003
(Lizenzausgabe München: dtv 2005)

Samurai. Zürich: Nagel & Kimche 2005

____________________________________

6 Das Buch gehörte im Frühling 1988 zu den meistgekauften Büchern in der Schweiz (Neue Zürcher Zeitung, 27.02.1989, S. 24)

____________________________________


Essays zur Stadt- und Verkehrsplanung:

Der Mensch im Stadtverkehr. Bebildertes Essay. Zürich: Artemis 1975

Die Langsamverkehrs-Stadt. Bedeutung, Attraktion und Akzeptanz der Fussgängeranlagen. Zürich: Arbeitsgemeinschaft Recht für Fussgänger 1992 (Schriften der ARF 14 = Schweizerischer Nationalfonds, NFP 25 Stadt und Verkehr)

Stadt als Heimat: Schriftstellerinnen und Schriftsteller äussern sich zu Stadtgestalt, Geborgenheit und Entfremdung. Zürich: Verlag der Fachvereine 1993 (ORL-Bericht 88 des Instituts für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich = Schweizerischer Nationalfonds, NFP 25 Stadt und Verkehr)

Die sinnliche Stadt. Essays zur modernen Urbanistik. Zürich: Nagel & Kimche 2001

Radio- und Fernsehauftritte, Interviews:

Radio DRS UKW, 24.02.1957, 15.00 Uhr, Hans Boesch liest aus seinem Roman [Der junge] Os

Radio DRS UKW, 24.04.1961, 21.00 Uhr, Autoren unserer Zeit: Hans Boesch

Radio DRS UKW, 19.03.1969, 21.30 Uhr, Hans Boesch, Ein David

Georges Ammann, Hans Boesch: «Das Schöpferische erahnen, vielleicht in fünf Jahren fünf Minuten», in: Werner Bucher, Georges Ammann, Schweizer Schriftsteller im Gespräch, Bd. 1, Basel: Reinhardt 1970, S. 49-70

Radio DRS 2, 16.09.1980, 16.05 Uhr, Als ich ein Kind war. Hans Boesch blickt zurück

Fernsehen SRF, 10.03.1983, Schauplatz: Portrait Hans Boesch – über Technik und Dichtung

Radio DRS 2, 09.10.1983, 21.00 Uhr, Doppelpunkt: Blech gegen Beine

Fernsehen SRF, 13.03.1988, Literaturmagazin: Hans Boesch, Der Sog

Radio DRS 2, 16.06.1996, 10.30 Uhr, 52 beste Bücher: Hans Boesch, Der Bann

Radio DRS 2, 29.03.1998, 10.30 Uhr, 52 beste Bücher: Hans Boesch, Der Kreis

Radio DRS 2, 13.03.2001, 11.00 Uhr, Reflexe: Hans Boesch: Die sinnliche Stadt

Sekundärliteratur:

Beat Mazenauer, Hans Boesch, in: Heinz Ludwig Arnold, Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG), München: Edition text & kritik 1978ff

Hans Wysling, Hans Boesch, Die Fliegenfalle (1968). Im Stollen der Erinnerungen, in: Streifzüge. Literatur aus der deutschen Schweiz 1945-1991, hg. v. Hans-Rudolf Schärer und Jean-Pierre Brunner, Zürich: Schulthess 1996, S. 95-108

Hans Wysling, Hans Boesch, Der Kiosk (1978). Die Suche nach dem verlorenen Paradies, in: Streifzüge. Literatur aus der deutschen Schweiz 1945-1991, hg. v. Hans-Rudolf Schärer und Jean-Pierre Brunner, Zürich: Schulthess 1996, S. 163-177

Hans Wysling, Hans Boesch, Der Sog (1988). Paradies und Hölle einer Kindheit, in: Streifzüge. Literatur aus der deutschen Schweiz 1945-1991, hg. v. Hans-Rudolf Schärer und Jean-Pierre Brunner, Zürich: Schulthess 1996, S. 231-238

Elsbeth Pulver, «Weshalb geht man weg? Um zurückzukehren?». Die Simon-Mittler-Trilogie von Hans Boesch, in: Henriette Herwig, Irmgard Wirtz und Stefan Bodo Würfel (Hg.), Lese-Zeichen. Semiotik und Hermeneutik in Raum und Zeit, Festschrift für Peter Rusterholz, Tübingen/Basel: Francke 1999, S. 481-493

Dossier Hans Boesch. Chronik, Bibliografie, Bilder, Essays Israel und Die Braut, sowie Beiträge von Brigitte Kronauer, Der poetische Augenblick. Zu Hans Boesch, Elio Pellin, Von der Lyrik zur Prosa - Hans Boesch und Hans Rudolf Hilty, Rudolf Probst, Zwischen Raster und Ranke. Hans Boeschs Archiv im Schweizerischen Literaturarchiv, Elsbeth Pulver, Sturmbock und Wall – Refugium und Aufbruch. Die Stadt in den Essays und Romanen von Hans Boesch, Irmgard Wirtz, Hans Boeschs Konstruktivismus. Vom «Sog» zum «Kreis», Peter Rusterholz, Das kurze Gedächtnis der Politik – das längere Gedächtnis der Literatur. Hans Boeschs «Der Sog» als literarischer und historischer Text, Hermann Wallmann, Du, das Buch, dein Haar. Poetologie als erotische Anthropologie, in: Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA), Nr. 14, hg. v. Rudolf Probst, Bern 2001, S. 21-113

Elio Pellin, Rudolf Probst, «Wenn sie mich umbringen, so steht wenigstens das da». Zur Neuaus­gabe von Hans Boeschs Romanen «Das Gerüst», «Die Fliegenfalle» und «Der Kiosk» als Teile der «Ingenieurs-Trilogie», in: Hans Boesch, Das Gerüst. Zürich: Chronos 2007, S. 5-55

Vertonungen:

Bruno Straumann (1889-?), Vier Lieder nach Gedichten aus Hans Boeschs Oleander. Der Jüngling, (Nr. I: Irgendwer fiel tief in mich, Nr. VI: Hell die weißen Mauern, Nr. VII: Ach, das Weinen nachts, Nr. XIX: Von jenem Abendwanderer) für Sopran und Klavier, 1959 – unveröffentlicht, Autograph verschollen, derzeit einzige Quelle: Radioaufnahme DRS Studio Basel mit Mathilde Boesch-Kerler (Sopran) und Vreni Diem-Straumann (Klavier) SLA: IMVOCS-V0015

Burkhard Kinzler (*1963), Pan nach dem gleichnamigen Gedichtzyklus von Hans Boesch für Alt, Tenor, Sprecher, Flöte, Horn, Viola und Harfe, 2025/26 – Auftragskomposition von «hans.boesch.poet», Stäfa, UA am 05.09.2026 anlässlich des Festakts zum 100. Geburtstag von Hans Boesch in Stäfa mit Salome Cavegn (Alt), Philipp Claßen (Tenor), Oliver Mannel (Sprecher), Elia Pianaro (Flöte), Flávio Barbosa (Horn), Alessandro Prandi (Viola), Leonor Maia (Harfe)


Auszeichnungen

1954  Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis

1955  Ehrengabe des Kantons Zürich

1958  Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (für Der junge Os)

1961   Lions-Kunstpreis Basel

1962  Werkjahr der Pro Helvetia

1969  Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (für Die Fliegenfalle)

1971   Ehrengabe der Stadt Zürich (für das bisherige Werk, speziell für Ein David)

1971   Werkjahr des Kantons Zürich

1975  Werkjahr der Pro Helvetia

1978  Rotary-Kunstpreis Meilen

1978  Ehrengabe der Stadt Zürich (für Der Kiosk)

1983  Literaturpreis des Kantons Aargau

1986  Ehrengabe der Stadt Zürich

1988  Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (für Der Sog)

1988  Werkjahr der Pro Helvetia

1989  Internationaler Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen (für Der Sog)

1989  Werkbeitrag des Kantons Zürich

1996  Erster Preisträger der Jaeckle-Treadwell-Stiftung Zürich

1996  Ehrengabe der Stadt Zürich

1998  Werkbeitrag der Pro Helvetia

1998  Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
          (für das literarische Gesamtwerk)

1998  Ehrengabe des Kantons Zürich

1998  Ehrengabe der Stadt Zürich

2003 Ehrengabe der UBS-Stiftung


____________________________________

Anmerkung:

Diese Aufstellung enthält die Werke und Publikationen von oder über Hans Boesch, sowie seine Auszeichnungen und Preise. Die Angaben wurden, soweit möglich, anhand von Original­dokumenten, Drucken, Briefen oder Zeitungsberichten verifiziert. Eine umfassende Bibliografie (Stand 2001) findet sich in Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA), Nr. 14, hg. v. Rudolf Probst, Bern 2001, S. 40-45. Der komplette literarische Nachlass ist über den Katalog des Schweizerischen Literaturarchivs zugänglich; die wissenschaftlichen Publikationen zur Stadt-, Quartier- und Verkehrsplanung, sowie Zeitungsartikel, Rezensionen oder Interviews sind, soweit sie sich nicht im SLA befinden, nicht systematisch erschlossen und – auch aufgrund ihrer grossen Zahl – hier nicht vollständig erfasst. Ergänzungen oder Korrekturen sind via Mailadresse in der Rubrik Verein&Kontakt gerne willkommen.